Aufklärung über das Narkoserisiko

Bei jeder Narkose kommt es zu Veränderungen wesentlicher Körperfunktionen wie z.B. die Magen-Darm-Aktivität, Atmung, Kreislauf, Herzarbeit, Temperaturregulation u.A. Hier kann es dann zu einer unerwünschten Wirkung kommen, evtl. tritt ein Narkosezwischenfall ein, der allerschlimmstenfalls sogar mit dem Tod des Patienten enden kann. Das Risiko eines Patienten, einen solchen Narkosezwischenfall zu erleiden, ist sehr verschieden und hängt in erster Linie von bestehenden Krankheiten innerer Organe (z.B. Leber, Niere), des Blutbildes (z.B. bei Blutarmut), des Kreislaufsystemes (z.B. Herzklappenfehler, Herzmuskelerkrankung, Herzrhythmusstörung) und des Atmungsapparates (z.B. Lungenwassersucht, Lungenentzündung) ab. Auch die Grunderkrankung, wegen der die Narkose notwendig wird, kann einen massiven Einfluß haben. So ist insbesondere bei Darmfremdkörpern, Magendrehung, Gebärmuttervereiterung und Unfallpatienten das Risiko für eine Narkose deutlich höher als z.B. bei einer routinemäßigen Zahnsanierung.
Jede Narkose stellt prinzipiell ein gewisses Risiko dar. Für einen gesunden Organismus ist dieses Risiko in der Regel extrem gering.

Wir unterziehen unsere Patienten vor jeder Narkose einer eingehenden Untersuchung, bei der wir viele Probleme bereits im Vorfeld feststellen können. Risiken, die sich durch evtl. festgestellte Probleme ergeben, werden wir durch geeignete Maßnahmen gezielt vorbauen und unter Umständen entscheiden, eine bestimmte Narkoseart (z.B. Inhalationsnarkose, Injektionsnarkose oder Kurznarkose) vorzuziehen.

Risiko-Minimierung

Es besteht die Möglichkeit, im Vorfeld der Narkose/OP, eine Blutuntersuchung zur Erkennung von Organerkrankungen durchführen zu lassen. Diese Untersuchung hilft, das Narkoserisiko exakter abzuschätzen und damit zu verringern. Dieser Blutuntersuchung können wir in der Praxis in kürzester Zeit durchführen und bestimmt die Nieren- und Leberwerte, der Blutzucker und das Gesamteiweiß. Sie gibt uns die Möglichkeit, bestimmte Organerkrankungen bereits festzustellen, wenn die Patienten äußerlich noch keine Veränderungen zeigen. Bei bedarf kann auch ein rotes und weißes Blutbild erstellt werden. 

Grundsätzlich wird in unserer Praxis im Rahmen eines Eingriffs in Narkose bei jedem Patienten (Hund, Katze und Kaninchen) ein Venenverweilkatheter gelegt und eine Dauertropfinfusion durchgeführt.
Der Dauertropf wirkt einem Blutdruckabfall entgegen und sichert die Nierenfunktion. Durch den Venenverweilkatheter können Medikamente bei Zwischenfällen direkt in die Blutbahn gegeben werden und so schnellsmöglich wirken.

Eine Überwachung der Herz- und Atemfunktion macht die Narkose noch sicherer. Der Anschluß eines Pulsoxymeters während der Narkose dient dazu , die Sauerstoffsättigung und den Puls dauerhaft im Auge zu behalten und bei Bedarf sofort reagieren zu können. Auch der Körpertemperatur wird kontinuierlich gemessen. Gerade Kaninchen / Nager und kleinere Hunden und Katzen verlieren schnell  Körperwärme während einen Narkose, unsere Patienten liegen deswegen während der Operation und der Aufwachphase auf eine Wärmematte.